2. Buchstabenschreibung

In diesem Kapitel wird – in alphabetischer Reihenfolge – auf Besonderheiten bei der Schreibung einzelner Buchstaben und Buchstabenkombinationen hingewiesen. Allgemeine Grundregeln und Hilfen zur Buchstabenschreibung finden sich im vorigen Kapitel 1, ebenso zur Schreibung von Fremdwörtern (R 1.13 ff.).

R 2.1

aa – ee – oo

Doppelvokal als Zeichen der Länge kommt nur in wenigen Wörtern vor.

Wichtig:

Haar, paar, Paar, Saal, Staat, Waage

Beere, leer, Meer, See, Schnee, Teer

Boot, Moor, Moos, Zoo

Entsprechende Umlaute werden nicht verdoppelt.

Härchen, Pärchen, Säle, Bötchen

R 2.2

ä/e – äu/eu – ai/ei

ä (nicht e) wird geschrieben, wenn es eine Grundform mit a gibt. (Zum Stammprinzip s. R 1.10)

Hände ▸ Hand, hätte ▸ hat, am nächsten ▸ nah

Ausnahme: Eltern ▸ alt

äu (nicht eu) wird geschrieben, wenn es eine Grundform mit au gibt.

Träume ▸ Traum, gräulich ▸ grau, Käufer ▸ Kauf

Bei einigen Wörtern ist eine solche Grundform nicht mehr erkennbar.

allmählich, gähnen, Lärm, März,

Sekretär, Universität, Schädel,

täuschen, sich sträuben, Säule

In anderen Fällen wird e bzw. eu geschrieben.

Welt, Wende, Eule, Euter, Europa

ai (nicht ei) wird nur in wenigen Wörtern geschrieben.

Hai, Hain, Kaiser, Laie, Mai , Mais, Saite (aber: Buch-Seite), Waise (elternloses Kind, aber: Art und Weise)

ai kommt auch in Fremdwörtern vor (als ä-Laut gesprochen).

Airport, Refrain, Necessaire (auch Nessessär möglich)

R 2.3

b/p (zu bb vgl. ff, R 2.7)

Wörter, die im Stamm ein b haben, behalten dieses, auch wenn es im Auslaut als p-Laut gesprochen wird.

lieb, geliebt ▸ lieben

trübselig, eingetrübt ▸ trüben

bleib ▸ bleiben

Trab ▸ traben

Als Probe kann man das Wort verlängern.

(Zur „Auslautverhärtung“ vgl. auch R 1.9)

R 2.4

c/ch/k/z (zu chs siehe R 2.18)

Wörter mit c oder ch am Anfang sind meist fremdsprachlichen Ursprungs.

Camping, cool, Cousin, Chaos, Chor,

City, Cineast

Champignon, Chance, Chip

Einige Wörter kann man auch mit k oder z schreiben.

Code – Kode; circa – zirka

(empfohlene Schreibweise kursiv)

R 2.5

d/t, end/ent

Ist man unsicher, ob ein Wort mit d oder t geschrieben wird, verlängert man es.

Wald ▸ Wälder, Gast ▸ Gäste,

spannend ▸ spannender ▸ spannendste

Wörter, die auf „Ende“ zurückzuführen sind, werden mit d geschrieben, die Vorsilbe „ent-“ dagegen schreibt man mit t. (s. R 1.7)

Endstation, unendlich

entstehen, entscheiden

R 2.6

é/ée/ee

Wörter mit é, ée oder ee kommen häufig aus dem Französischen. Man kann sie ohne Akzent, aber mit Doppel-e schreiben, wenn sie als „eingedeutscht“ erscheinen.

Frotté – Frottee

Dragée – Dragee

Pappmaché – Pappmaschee

(Zu Fremdwörtern vgl. R 1.17; zu ee in deutschen Wörtern vgl. R 2.1)

(empfohlene Schreibweise kursiv)

Zu eu/ei vgl. R 2.2

R 2.7

ff/fff

Doppelkonsonanten (wie ff) stehen nach kurzem betontem Vokal.

schaffen, raffen

Andere Doppelkonsonanten: Egge, Memme, rennen, wippen, rattern usw.

In Fremdwörtern können sie auch nach unbetontem Vokal auftreten.

Lotterie, raffiniert, Billion

Dreifachkonsonanten (wie fff) entstehen bei Wortzusammensetzungen.

Rohstofffrage, Schifffahrt

Andere Dreifachkonsonanten:

Schlammmassen, Pappplatten usw.

(Zu Doppelkonsonanten s. R 1.2, R 1.3, R 1.4, zum Stammprinzip R 1.7)

R 2.8

g/ig/k

Ist man unsicher, ob im Auslaut g oder k geschrieben wird, so verlängert man das Wort. Dasselbe gilt für ig/ich.

(s. auch R 2.3/R 2.5, zum Stammprinzip R 1.8)

Trug ▸ betrogen

Spuk ▸ spuken

gläubig ▸ der Gläubige

freundlich ▸ der Freundliche

Zu gh/g vgl. R 1.14

R 2.9

h

Im Wortinnern steht h immer dann, wenn ein betonter langer Vokal vorangeht und ein unbetonter kurzer Vokal folgt:

fähig, Höhe, nahen, drehen, sehen, Darlehen, Ruhe

Enthält ein Wortstamm ein h, so bleibt es auch in allen Formen und verwandten Wörtern erhalten.

befehlen ▸ befiehlt, gehen ▸ du gehst, sehen ▸ er sieht, nahen ▸ nah

In vielen Fällen steht auch ein h nach betontem langem Vokal, wenn l, m, n, r folgen:

hohl, Strahl, fühlen, lahm, nehmen, Ruhm, Sohn, ahnen, bohren, führen, Uhr, wahr, lehren, fehlen, Jahr, Wahl, Zahl, mehr, ihm, ihr, ohne, sehr, ihnen

Aber: In den meisten Fällen steht kein h!

(Zur Kennzeichnung der Vokallänge vgl. auch R 1.5 und R 1.6)

holen, malen (mit Bleistift), leeren, Literatur, Natur, Termin, Medizin

R 2.10

i/ie/ieh

Langes i wird in heimischen Wörtern in der Regel mit ie geschrieben:

ziemlich, Liebe, die, wie, sie, spielen

In wenigen Wörtern schreibt man langes i ausnahmsweise mit einfachem i:

dir, mir, wir, Bibel, Tiger, wider („gegen“)

In Fremdwörtern mit langem i ist das einfache i in der Schreibung gängig:

Klinik, Klima, Benzin, Kilo

Aber: Scharnier, informieren (ie in Nachsilben)

In wenigen deutschen Wörtern steht auch das Dehnungs-h:

Nur in: ihm, ihn, ihnen, ihr

oder sogar ie + h:

Nur in: Vieh, ziehen, fliehen, wiehern

(s. zur Vokallänge R 1.5/R 1.6, zum Dehnungs-h R 2.9)

R 2.11

k/ck (zu c s. R 2.4)

ck steht nach kurzem betontem Vokal (anstatt kk):

Zecke, zucken, pflücken, Glück, Ruck

Im Gegensatz zu anderen Doppelkonsonanten wird ck nicht getrennt:

glü-cken, re-cken

Aber: gel-len, ren-nen

Fremdwörter haben auch ein Doppel-k. Nach langem Vokal steht ein einfaches k:

Makkaroni, Akkord, Akkusativ, Mokka

Ekel, spuken, quaken, blöken

Zu ll, mm, nn s. R 2.7

Zu oo s. R 2.1

R 2.12

p/ph/f

In Fremdwörtern steht häufig ph (f-Laut):

Pharao, Alphabet, Philosophie

Empfehlung: Gängige Verbindungen mit -fon, Foto-, -graf mit f schreiben:

Telefon, Mikrofon, Fotografie, fotokopieren, Biografie

fachsprachliche Verbindungen und Fachwörter mit ph (wie im Englischen):

Photosynthese, Demographie, phonetisch

S. auch R 1.14/R 1.16

Für pp gilt R 2.7

R 2.13

r/rh (zu rr s. auch R 2.7)

In einigen Fremdwörtern wird rh statt r geschrieben:

Rhesusfaktor, Rhapsodie, Rheuma, Rhythmus

R 2.14

s-Laute

Die Schreibung der s-Laute erscheint vielen besonders kompliziert. Im Grunde folgt die Regelung aber allgemeinen Rechtschreibprinzipien.

Vor allem soll durch die Schreibung die unterschiedliche Aussprache der s-Laute wiedergegeben werden (s. R 1.1).

In der Aussprache der s-Laute kann man unterscheiden zwischen

– weichem s = stimmhaftes s = weich gesprochenes s, z. B. sausen

– und scharfem s = stimmloses s = scharf gesprochenes s, z. B. wissen.

Weich gesprochenes s wird s geschrieben:

sieben, Sand, Reise, singen, lesen

Scharf gesprochenes s wird in der Regel mit ss oder ß geschrieben:

1. mit Doppel-s nach kurzem betontem Vokal:

wissen, gewusst, Kuss, Biss, nass

Ausnahmen: des, wes, was, Endsilbe -nis

2. mit ß nach langem Vokal/Diphthong:

groß, weiß, draußen, heißen, stoßen, Straße, Fuß, Soße, Gruß, Süße, Spaß, bloß, Strauß

Mit der Unterscheidung von Doppel-s und ß beim scharf gesprochenen s werden also – wie sonst in der Rechtschreibung auch (s. R 1.2, R 1.3, R 1.4, R 1.5, R 1.6) – unterschiedliche Vokalqualitäten gekennzeichnet.

Dies führt allerdings zu folgender Erscheinung, die als Erschwernis für die Schreibung empfunden werden kann:

Je nach Kürze oder Länge des vorangehenden Vokals wechseln ss und ß auch in verwandten Wörtern:

schließen – Schloss – geschlossen, fließen – floss – Fluss, wissen – ich weiß – wusste, messen – Maß, essen – aß, reißen – gerissen – der Riss, vergessen – er vergaß, schießen – erschossen – Schuss, beißen – Biss, genießen – er genoss – Genuss

Als zweite Erschwernis können die Ausnahmen bei der Schreibung des scharfen s erscheinen, die das Stammprinzip (s. R 1.9) verlangt.

Scharf gesprochenes s muss mit einfachem s geschrieben werden, wenn es einen dazugehörigen Stamm mit weichem s gibt:

sie reiste ▸ reisen

Haushausen

du liest ▸ lesen

Zusammenfassung zur Schreibung der gesprochenen s-Laute:

Weiches s → s

Scharfes s → s, wenn Stamm mit weichem s (Stammprinzip, s. R 1.9); ss zur Kennzeichnung des kurzen betonten Vokals (s. R 1.2); ß zur Kennzeichnung des langen Vokals (s. R 1.6)

In Zweifelsfällen, die eigentlich nur beim Schreiben des scharf gesprochenen s auftreten, helfen Proben.

Proben beim scharfen s:

1. Mit einfachem s, weil weiches s im Stamm ist? → Wörter verlängern!

Maus ▸ Mäuse, Preis ▸ Preise

2. ss, weil kurzer Vokal vorausgeht? → einsilbige Wörter verlängern, Silbentrennung: ss wird getrennt!

Kuss ▸ Küs-se, Biss ▸ Bis-se

Wis-sen, has-sen, nas-ser

3. ß, weil langer Vokal vorausgeht? → einsilbige Wörter verlängern, Silbentrennung: ß kommt ungetrennt in die Folgesilbe!

groß ▸ gro-ße, weiß ▸ wei-ßer

au-ßen, hei-ßen, Stra-ße, Fü-ße, So-ße

R 2.15

s/ss: das – dass

Beide Wörter, „das“ und „dass“, werden in der Standardsprache mit scharfem s gesprochen. Die unterschiedliche Schreibweise geht also nicht auf die Aussprache zurück, sondern will grammatische Merkmale kennzeichnen (s. Andersschreibung R 1.12).

„Das“ ist ein Artikel oder Pronomen, bezieht sich meist auf ein Substantiv und kann durch „dieses“ oder „welches“ ersetzt werden.

Was bedeutet Akkusativ? Das (dieses) weiß ich nicht.

Dies ist das Kleid, das (welches) ich dir zeigen wollte.

„Dass“ ist eine Konjunktion, die einen Nebensatz einleitet.

Wir erwarten, dass mein Vater kommt.

Ähnlich: sodass, ohne dass, dadurch dass

Es gibt weitere kurze Wörter, die wie „das“ nur auf s enden:

was, wes, des

R 2.16

t/th

In einigen Fremdwörtern wird th statt t geschrieben:

Theater, katholisch, Theke, Mathematik, Ethos, Thema, Theorie, Thermometer

Schluss-t ist oft nicht hörbar:

Depot, Ressort (s. R 1.16)

Zu Doppel-t s. R 2.7

R 2.17

v

v wird in einheimischen Wörtern wie f gesprochen und kommt nur in wenigen Wörtern am Wortanfang vor:

ver-, vor-, von, Vater, viel, vier, Vogel, Volk, voll

In fremdsprachlichen Entlehnungen kommt v auch an anderen Wortstellen vor und wird wie w gesprochen:

Pullover, Vase, Advent, nervös, Villa

R 2.18

x/chs/cks/ks/gs

Der x-Laut wird nur in wenigen Wörtern als Buchstabe x geschrieben, oft in fremdsprachlichen Entlehnungen:

Axt, Boxen, Experte, Existenz, extra, Praxis, Taxi, Hexe

In einheimischen Wörtern wird er öfter durch chs wiedergegeben:

Achse, Büchse, Fuchs, Lachs, sechs, wachsen, wechseln

In einigen Wörtern wird auch cks, ks oder gs geschrieben, wenn das Wort auf einen entsprechenden Stamm zurückgeführt werden kann.

Probe: Verlängern!

Klecks ▸ kleckern

links ▸ linke

unterwegs ▸ auf dem Wege

Zum y in Fremdwörtern s. R 1.16

R 2.19

tz/zz

tz wird nach kurzem Vokal geschrieben (anstelle von zz, s. R 1.3).

Tatzen, kratzen, Matratze, setzen

tz wird normal getrennt (anders als ck).

Tat-zen, krat-zen, set-zen

zz kommt nur in Fremdwörtern vor.

Skizze, Pizza

R 2.20

z/t/s

-tiell/-ziell, -ens/-enz/-anz

Der z-Laut wird in Fremdwörtern vor i häufig als t geschrieben.

Nation, Konfirmation, partiell, funktionell

In einigen Wörtern ist Doppelschreibung erlaubt (s. R 1.14).

potentiell – potenziell

Empfehlung: z schreiben, wenn es einen Wortstamm mit z gibt.

substanziell ▸ Substanz (auch: substantiell); finanziell ▸ Finanzen

Zu unterscheiden sind auch Endungen auf

-ens und -enz.

Konsens (Übereinstimmung),

Präsens (grammatischer Begriff: Gegenwart), aber: Präsenz (Anwesenheit)


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